Eine ausgewogene Ernährung kombiniert mit körperlicher Bewegung ist aus medizinischer Sicht im Prinzip jedermann anzuraten. Sicherlich ist diese Lebensweise für viele nicht leicht umzusetzen, da diealten Essgewohnheiten und der "Innere Schweinehund" nur mit viel Willenskraft zu überwinden sind. Aber für die eigene Gesundheit, vor allem für die Prävention oder auch die positive Beeinflussung einer bestehenden Diabetes, wäre eine Umstellung der Ernährung, kombiniert mit einem körperlich aktiven Lebensstil besonders erstrebenswert. Warum dies so ist, versuche ich im folgendem darzustellen:
Physiologisch wird der Blutzucker hauptsächlich über die Hormone der Bauchspeicheldrüse, Insulin und Glucagon, gesteuert. Insulin sorgt dafür, dass Zucker/Glukose in die Zellen aufgenommen wird, also aus dem Blutkreislauf herausgenommen wird; Glucagon sorgt im Gegensatz dazu, dass Glukose mobilisiert wird, also dem Blutkreislauf zugeführt wird. Dies ist natürlich nur eine grobe Abgrenzung. Beide Hormone greifen in die verschiedensten biochemischen Stoffwechselprozesse ein. Diese alle aufzuzählen und zu erklären würde hier zu weit führen. Wir wollen uns aber anhand eines Beispiels bildlich vorstellen, wie der Blutzuckerspiegel reguliert wird.
Schon beim Kauen wird mit der Verdauung der Mahlzeit begonnen. Im Magen und im Darm wird die Nahrung dann soweit aufbereitet, dass die Nährstoffe aufgenommen werden können. In unserem Interesse steht jetzt die Aufnahme der Glukose über die Darmwand in die Blutbahn, was zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel steigt. Nun muss der Körper bzw. die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschütten, welches mit Insulinrezeptoren (die sich auf der Oberfläche der Körperzellen befinden) interagiert, damit der Zucker von den jeweiligen Körperzellen aufgenommen und verwertet werden kann und der Blutzuckerspiegel somit im grünen Bereich bleibt.
Ein echter Teufelskreis, der sich nur durch wirksame Eingriffe in die Insulinresistenz durchbrechen lässt. Hier hilft dann nur noch der Gang zum Arzt. Oft wird aber der Arzt nicht nur oder keine Medikamente verschreiben, sondern mehr Bewegung und eine weniger energiereiche Nahrung verordnen. Mehr Energie durch Bewegung verbrauchen und nicht zu viel Energie über die Ernährung zu sich nehmen, kann ausreichen den Blutzuckerspiegel wieder in gesunde Bahnen zu lenken.
Somit sind wir wieder bei der ausgewogenen Ernährung kombiniert mit körperlicher Bewegung, die im Prinzip jederzeit umzusetzen ist, kein zusätzliches Geld kostet, aber unserer Gesundheit viele Vorteile bringt und zusätzlich unser Gesundheitssystem entlastet. Alle vier "B"s des metabolischen Syndroms lassen sich durch Gesunde Bewegung und Ernährung positiv beeinflussen: Blutdruck, Blutfettwerte, Blutzucker und Bauchbetontes Übergewicht.
Reicht die Umstellung der Lebensweise nicht aus, wird der Arzt sicher Medikamente verordnen, die je nach Wirkstoff die Verwertung der aufgenommenen Nahrung beeinflussen, die körpereigene Insulinproduktion steigern oder auch die Insulinresistenz bekämpfen. Wenn der Blutzucker durch die Einnahme oraler Anti-Diabetika nicht in den Griff zu bekommen ist, hilft nur noch die Substitution von Insulin per Injektion. Auch wenn viele Diabetiker Angst davor haben sich einmal selbst Insulin zu spritzen zu müssen, ist diese Angst eigentlich unbegründet. Der Umgang mit Insulin-Pens ist leicht zu erlernen und eine zuverlässige Methode den Blutzucker richtig einzustellen. Natürlich können Sie sich bei möglichen Fragen zu Ihrem Insulin-Pen oder Ihrem Blutzuckermessgerät jederzeit an uns wenden.
Und auch bei der Lebensstilveränderung können wir Sie in der Apotheke unterstützen. Zum einen können wir Ihnen Anregungen für eine gesunde Ernährung geben, zum anderen gibt es auch sinnvolle Medikamente, die Ihnen beim Abnehmen in Kombination mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung helfen können. Ein interessantes Produkt mit dem Wirkstoff Orlistat wird demnächst rezeptfrei erhältlich sein. Siehe dazu www.alliprogramm.de.
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